Wie alles begann…

 

 

Unsere Nachbarn hatten im Sommer 2003 Besuch von Verwandten. Sie fragten uns nach der Rasse unseres Hundes. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch unsere über alles geliebte Jacky (Parson Jack Russel Terrier). Sie gaben uns ein Buch von den Kromfohrländern von Gräfin von Westarp in die Hände. Wir waren völlig erstaunt, wie ähnlich die sogenannten „Rauhen“ vom Äußeren her unserer Hündin waren. Dazu kam noch, dass  Kromfohrländer so gut wie keinen Jagdtrieb haben sollten.

 

Sie hatten inzwischen schon die Zusage für einen Glatthaar Kromfohrländer erhalten. Wir waren gespannt, wie die uns bis dahin unbekannte Rasse vom Wesen her sein würde.

 

Unsere Jacky war leider zu diesem Zeitpunkt schon sehr krank. Im Frühjahr 2002 stellten wir im Skirurlaub fest, dass sie in der Dämmerung plötzlich nicht mehr so gut sehen konnte. Wir gingen darauf hin in die Tierklinik von Dr. Hüttig in Reutlingen, wo uns die Diagnose Glaukom (grüner Star) gestellt wurde, d.h., dass der Augeninnendruck erhöht wäre und wir alle drei Monate zur Kontrolluntersuchung kommen sollten. Wir bekamen Augentropfen, welche wir 2 x täglich geben sollten.

 

Die Beratung war von Anfang an sehr intensiv und unsere Fragen wurden anhand von Bildern und Erklärungen erschöpfend beantwortet. Schon ein Jahr später im Mai 2003 hatte sich allerdings der Innendruck der Augen stark verschlechtert. Die Konzentration der Tropfen musste verdoppelt werden.

 

Für uns war es zu keinem Zeitpunkt ein Problem gewesen unseren Hund auf die neue Situation umzustellen. Wir versuchten Jacky auf die bevorstehende Blindheit vorzubereiten. Es war schlimm, mit ansehen zu müssen, wie sie auch in vertrauter Umgebung überall gegen stieß. Wir holten uns sämtliche zur Verfügung stehenden Informationen aus dem Internet und versuchten bei verschiedenen Gelegenheiten bei Gleichgesinnten Rat zu holen. Leider verhielt sich Jacky nicht wie die meisten anderen Hunde. Diese waren zum Teil schon erblindet (vor allem Terrier) und kamen durch die noch verbliebenen Sinne (Ohren und Nase) sehr gut mit der Umwelt zurecht. Sie behielten im Gegensatz zu Jacky auch noch Ihre Lebensfreude.

Das war auch der ausschlaggebende Punkt bei unserem Gespräch  im Herbst 2003 mit Dr. Hüttig. Jacky’s Zustand hatte sich konstant verschlechtert, sie wollte sich überhaupt nicht mehr bewegen, noch nicht einmal zum Rausgehen. Sie verhielt sich, als wenn sie uralt wäre, dabei war sie aber gerade mal 6 ¾ Jahre alt… Wir verstanden die Welt nicht mehr! Wir vermuteten, dass sie starke Schmerzen haben musste, wollten sie so schnell aber nicht aufgeben. Schließlich bekam sie zwei starke, schmerzlindern-de Spritzen direkt hinter die Augäpfel appliziert und sollte, da die Spritzen im Allgemeinen schnell wirksam sein sollten, definitiv keine Schmerzen mehr haben dürfen. Nach zwei bis drei Tagen hätte sie sich dann wieder normal verhalten müssen und wieder ein wenig am normalen Leben teilnehmen müssen. Wir fuhren nach Hause und verbrachten mir ihr zusammen lange Stunden und Tage voller Liebe und Zuneigung, wie sie es kannte…..

 

Nach vier bis fünf Tagen wurde uns bewusst: sie wollte nicht mehr. Es tat uns sehr weh. Wir warteten trotzdem noch zwei Tage ab, weil wir einfach nicht entscheiden konnten, dass unser Hund sterben sollte!!!!! Es gab jedoch keine andere Lösung und so unternahmen wir mit ihr die letzte Fahrt….

 

Wir begruben Sie bei Oma und Opa im Garten, wo sie so gern gespielt hatte! Sie wird für immer in unserem Herzen bleiben…

 

Nach diesen schweren Monaten hätten wir nicht gedacht, dass wir uns in nächster Zeit wieder einen Hund anschaffen würden.

Wir waren ziemlich einsam, so ohne Hund. Bald erinnerte ich mich an das Buch der Kromfohrländer und wollte nur mal wieder hineinschauen….. kurz darauf war es dann passiert und wir trafen uns mit anderen Besitzern von Kromis und waren angesteckt…..