Einzug eines Kromfohrländer-Welpen in sein neues zu Hause

 

 

Endlich ist es soweit und in wenigen Tagen wird ein Kromfohrländerwelpe bei Euch in ein neues zu Hause einziehen.

 

Ich möchte hierzu meine Tipps und Tricks weitergeben, welche ich unseren zukünftigen Welpeneltern bereits teilweise weitergegeben habe.

 

Wichtig ist als erstes, dass der Welpe viel Liebe und Zuneigung erfährt, so dass er die ersten Tage ohne seine Mutter und Geschwister gut zurecht kommt. Da er inzwischen ziemlich neugierig ist und endlich die Welt entdecken möchte, müsste das auch gut funktionieren. Doch bei aller Liebe sollte er gleich wissen, wo die Grenzen sind und Konsequenz ist von Anfang an gefragt.

 

Wenn Ihr dann zu Hause ankommt, sollte nur die eigentliche Familie da sein, nicht gleich neugierige Freunde und Verwandte, er braucht die Zeit erst mal, um alles zu verkraften. Überlegt mal wie klein er ist und wie riesig wir und die „neue Welt“ sind. Ihr solltet dann nicht alle ständig um ihn herum sein, damit er sich nicht eingekreist fühlt, lasst ihn sein neues zu Hause einfach anschauen. Zeigt ihm als erstes seinen Schlafplatz und sein Fress- und Trinknapf. Alles andere kann warten. Er wird Euch schon zeigen, wann er mehr sehen möchte. Der Garten für das „Geschäft“ ist natürlich auch ganz wichtig. Den sollte er natürlich auch schnellstmöglich kennen lernen. Er wird wahrscheinlich denken: „Wenigstens ist das gleich geblieben!“

 

Ich denke, dass Ihr bei Euren Besuchen bei uns bereits mitbekommen habt, was eine positive und eine negative Stimme ist. Die ist bei der Erziehung jedes Hundes egal welcher Rasse wichtig. So kann man dem Welpen klar machen was man von ihm möchte. Sie kleben ja eh förmlich an uns, so dass man in den ersten Tagen schon die ersten kleinen „Befehle“, wie das „nein“ beibringen kann, dies haben die Welpen bereits von uns als ein Verbot erhalten. Sie durften von Anfang an nicht an uns knabbern, wie z.B. an den Schuhen, Hosenbeinen, T-Shirt usw., man muss es noch nicht einmal laut sagen, denn Hunde hören außerordentlich gut, es kommt dann wieder auf die Stimmhöhe drauf an. Ihr könnt es aber zulassen, dass Euch der Welpe zur Begrüßung am Ohr schleckt oder die Nase stupst, das ist ok.,  weil die Kleinen es bei Ihrer Mutter auch so machen. Übrigens, wenn der Hund Euch oder Besucher begrüßt sollte man es nicht zulassen, dass er an Menschen hochspringt. Einfach hinknien, dann erledigt sich das von selbst. Ansonsten, wenn sie älter sind einfach ignorieren. Da unsere Kromis sehr springfreudig sind muss man generell darauf achten.

 

Sobald Ihr merkt, dass Euer Welpe sich zu Hause „sicher“ fühlt, sprich er rennt und springt überall herum und hat seinen Schwanz nicht eingeklemmt, dann könnt Ihr ihm neue Sachen zeigen. Wichtig ist dabei immer ihn nie zu überfordern, denn er braucht eine gewisse Zeit, um alles Neue zu erforschen.  Jetzt können Verwandte und Bekannte mal hereinschauen. Natürlich hier wieder, nicht alle auf einmal! Wichtig ist, immer den Kromiwelpen nicht einzuengen, lasst ihm Luft, jeder darf ihn mal streicheln, achtet einfach auf ihn, wie er reagiert. Was man hier nicht beachtet kann schon eine Folge für spätere Ängste auslösen, wie z.B. Menschenansammlungen usw.

 

Spazieren gehen folgt bei Hundewelpen erst später. Jetzt ist ihm wichtiger spielend alles zu erforschen. Deswegen ist ein Stück Wiese tausendmal besser als mit ihm spazieren zu gehen. Dies kommt erst später. Jede Lebenswoche ist eine Minute längeres laufen. Also, für unsere Kleinen bedeutet dies, ca. eine ¼ Stunde laufen. Das ist nicht viel, deswegen bewegt man sich in der ersten Zeit hauptsächlich auf einer Wiese und spielt und lernt evtl. andere Hunde kennen. Dabei ist zu beachten, dass man von Anfang an seine Augen überall hat. In einer Gefahrensituation (schneller Autofahrer auf dem Feldweg oder ein nicht astreiner herrenloser Hund nähern sich) und Ihr könnt dem nicht mehr aus dem Weg gehen, dann kann man den Welpen ausnahmsweise mal hochnehmen, ansonsten vermeidet das Hochnehmen unbedingt! Achtet bitte auch darauf, dass er draußen nie aus Pfützen trinkt oder was vom Boden frisst, damit kann man ausschließen, dass er was verdorbenes gefressen oder getrunken hat. Der Welpe sollte draußen wie drinnen andere Menschen und Tiere kennen lernen, dabei ist wieder wichtig, dass es ein positives Erlebnis wird, achtet also immer darauf wie der Welpe reagiert. Wenn es mal ein bisschen heftiger bei den Spielen mit anderen Artgenossen zugeht nicht gleich dazwischen gehen, Ihr lernt schnell, dass es für sein Sozialverhalten wichtig ist, sich dem anderen zu unterwerfen. Deswegen ist es wichtig, dass Ihr schnellstmöglich eine Welpengruppe und dann später eine Junghundgruppe besucht. Sie müssen lernen, was Sozialverhalten bedeutet. Dies könnt Ihr dann in Euren täglichen Umgang beim Spazieren gehen umsetzen. Außerdem macht es Spaß, wenn man immer mehr lernt seinen Hund zu verstehen. Dort werdet Ihr auch lernen, dass man seinem Hund nie hinterher rennt, sondern (auch und gerade in Gefahrensituationen) Nerven behalten wegrennen und mit hoher Stimme und heftigen Bewegungen (dass er einen auch sieht) Aufmerksamkeit erregen und dann natürlich, wenn er kommt ganz doll loben. Das ist nicht einfach aber es muss sein, denn er denkt sonst wir spielen fangen mit ihm und rennt erst recht weg.

 

Den Schlafplatz sowie der richtige Platz beim Auto fahren bin ich mit meinen zukünftigen Eltern durchgegangen. Die Welpen haben bei uns die Box kennen gelernt, sowie das Auto fahren. Den Tierarzt haben sie auch in der Praxis besucht und Geräusche in unserer Umgebung, wie Kinderstimmen (auch mal lautes Geschrei eines Babys), Rasen mähen, Staub saugen, Freunde zu Besuch, klappernde sowie raschelnde Geräusche, Tunnel usw. kennen gelernt. Bei dieser jeweiligen Geräuschekulisse waren sie wach oder haben sogar geschlafen. Außerdem war der ein oder andere Hund auch zu Besuch.

 

Die Welpen haben bei uns gelernt, dass sie immer nach jedem Aufwachen nach draußen kommen. Morgens nach der langen Nacht muss es besonders schnell gehen. Es sollte einer den Welpen halten und der andere sich anziehen und mit dem Welpen auf dem Arm nach draußen gehen, auf keinen Fall absetzen bevor der Garten erreicht ist! Das haben sie bei uns auch meistens vorbildlich gemacht, auch wenn der ein oder andere gern mal auf den Platten als auf der Wiese gepieselt hat. Das Geschäft haben sie selten in das Wurfzimmer gemacht (nur mal nachts, wenn sie nicht raus kamen). Schnell haben sie gelernt an der Terrassentür zu kratzen oder sogar dabei zu jaulen. Ansonsten sollte man so ca. alle 2 Stunden raus gehen oder nach einem aufregenden Spiel. Die Hunde zeigen ansonsten eine gewisse Unruhe, dass sie pieseln oder ein Geschäft verrichten müssen. Ihr werdet schnell heraus bekommen, wann das ist. Man braucht den Welpen nicht zu behüten, so oft muss er dann doch nicht! Wenn dann doch mal was ins Haus geht, auf keinen Fall schimpfen oder die Nase reinstupsen!!! Man kann mal ein Seufzer loslassen und ihn dann gleich heraussetzen, vielleicht kommt ja noch ein Tropfen. Dann sollte er wie immer eindeutig gelobt werden. Grundsätzlich ist loben eh wichtig, wenn er auch nur eine Sekunde was ganz toll gemacht hat gleich loben, wir haben dann immer mit hoher Stimme  „fein“ gesagt.  Eine aufmunternde Bewegung mit hoher Stimme ist natürlich das dollste Lob überhaupt, dies folgt aber meist bei den Übungen in der Welpenschule oder draußen. Keine Angst, alle Hundebesitzer, welche toll erzogene Hunde haben reagieren so! 

 

Jetzt zum Füttern unserer Welpen. Grundsätzlich sollte das Futter nie direkt aus dem Kühlschrank gegeben werden. Sie lieben es etwas angewärmt. Unsere Welpen haben morgens gerne Hüttenkäse mit Honig gegessen (einfach am Abend vorher aus dem Kühlschrank nehmen). Ansonsten haben wir sie an verschiedene Futtersorten gewöhnt. Rintidosen, Boosdosen, Animondadosen,  Trockenfutter von Eukanuba, Platinum, Royal Canin,  selbstgekochtes in Form von Hühnchen mit Suppengemüse, Reis oder Nudeln (alles zerkleinert). Beim Trockenfutter ist es immer wichtig, dass viel Wasser zur Verfügung steht. Nach der Welpenabgabe sollten es pro Tag vier Mahlzeiten sein. Ab ca. der dritten Woche noch drei Mahlzeiten und mit einem Alter von sechs Monaten kann auf zwei Fütterungen pro Tag reduziert werden. Der Hund wird es aber in der Regel selbst anzeigen, wann die Reduzierungen sinnvoll sind. Er läst z.B. einfach eine Mahlzeit aus.

 

Zum Thema impfen ist folgendes zu schreiben: Die Welpen wurden in der fünften Woche gegen Parvovirose geimpft. Die nächste Impfung erfolgt kurz vor der Abgabe mit 8 Wochen und ist gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Hepatitis sowie Tollwut. Dann wird auch der Europäische Impfpass ausgestellt. Ein paar Tage vorher werden die Welpen gechipt. Die nächste Impfung erfolgt in der 12. Woche nochmals mit allen fünf Wirkstoffen. Die letzte Impfung gegen Tollwut erfolgt in der 16. Woche. Dann wird die Impfung jährlich wiederholt. Diese sollte im Sinne der Kromis besser an zwei Terminen erfolgen. Sie vertragen es einfach viel besser. Zwingerhusten und Borelliose empfehle ich nicht zum impfen, da einerseits Zwingerhusten ausbrechen kann obwohl geimpft wurde und bei Borelliose wohl der Impfstoff noch nicht ausgereift ist. Es hatte einige Fälle gegeben, wo die Folgen der Impfung sehr schwer waren.

 

Im Vertrag wurde die Augenuntersuchung mit festgehalten. Dies ist wichtig, da eine Früherkennung des Katarakt´s zum Vorteil des Hundes ist. Die Untersuchung wird vom DOK (Dortmunder Kreis) gemacht. Adressen können im Internet oder bei mir nachgefragt werden. Ansonsten kann die Untersuchung auch bei Hundeausstellungen gemacht werden. Der Hund erhält Augentropfen, welche die Pupillen weiten, dann kann der Arzt mit speziellen Lampen nachschauen, ob alles ok ist.

 

Die Entwurmung ist auch wichtig, deshalb wurde damit im Welpenalter schon begonnen. Alle zwei Wochen haben wir unsere Welpen und unsere Hündin entwurmt. Wenn der Welpe bei Euch ist sollte er mit drei, sechs und neun Monaten nochmals entwurmt werden. Dann zwei bis dreimal jährlich. Bei Fragen zum passenden Mittel stehe ich Euch selbstverständlich zur Verfügung. Man sollte kein starkes Mittel verwenden, da unsere Kromis mit Durchfall und Erbrechen reagieren können.

 

Bei Zecken gibt es auch viele Mittel, welche oft auch sehr schädlich sind. Hier gibt es aber auch biologische oder homöopathie Antizeckenmittel, welche besser für unsere Kromis verträglich sind.

 

Da eine Bindung vom Hund zum Mensch wichtig ist um eine langfristige gute Beziehung zu führen, ist es wichtig diese zu seinem Hund aufzubauen. Das kostet viel Zeit, Geduld und Liebe. Doch am Ende hat man einen tollen und liebenswerten Begleithund für´s Leben. Ohne möchte man dann nicht mehr sein. Die Treue eines Hundes ist unschlagbar! Damit das alles gut gelingt, habe ich mit meiner Zucht den Anfang gemacht. Nun freue ich mich auf die Betreuung nach der Welpenabgabe und hoffe, dass jeder meiner Welpeneltern gerne und zur Not auch zu jeder Zeit auf mich zukommt. Ich werde bemüht sein schnellstmöglich zu helfen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und dies ein Hundeleben lang. Schließlich gehört die Mutterhündin und die Welpen zur Familie.

 

Alles Gute!